PRESSEMITTEILUNG anlässlich der Sitzung des Verkehrsausschusses

Stoppt die Preisspirale beim HVV – 2,1% Preiserhöhung sind zukunftsfremd und unsozial!
Wir fordern das Jahresticket 1€ am Tag und vollständige Befreiungen für finanziell Benachteiligte.

Hamburg möchte zum 1. Januar 2019 die HVV-Ticketpreise um 2,1 % anheben und liegt damit wieder einmal über der Inflationsrate. In den letzten 10 Jahren hat sich so eine Preiserhöhung von über 10% über dem Inflationsniveau aufgebaut.

„Hamburg versäumt es mal wieder, ein echtes Zeichen für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik zu setzen“ so Jens Fischer, Sprecher der Initiative. Angesichts des vorgestern veröffentlichten „Bundesländerindex Mobilität“, bei dem Hamburg den vorletzten Platz unter allen Bundesländern belegte, was Verkehrssicherheit und Luftreinhaltung angeht, ist es mehr als überfällig, die zum Winterfahrplan angekündigte Verkehrsoffensive nicht wieder durch eine massive Preiserhöhung zu torpedieren.

“Ungläubig sehen wir, dass insbesondere bei den Tarifen für Pendler, Senioren und Kinder die Preisschraube angezogen werden soll“ kritisiert Fischer. „Es macht den Eindruck, als seien dem Senat die Luftverschmutzung, der Klimawandel und die durch unsoziale Preise deutlich eingeschränkte Mobilität vieler Hamburgerinnen und Hamburger egal. Vielmehr möchte sie noch von der Zwangslage vieler Pendler, die durch eine über Jahrzehnte verfehlte Verkehrspolitik erzeugt wurde, profitieren.“

Der HVV begründet die Preiserhöhung mit steigenden Betriebskosten und geplanten Angebotsausweitungen bei gleichbleibenden städtischen Zuschüssen – Hamburg ist jetzt schon bundesweit die Stadt, die ihren öffentlichen Nahverkehr am wenigsten bezuschusst (mit nur noch 27% des Umsatzes, während 2011 diese Quote noch bei 32% lag). „Anstatt die Förderung für den öffentlichen Nahverkehr auszubauen, zieht sich die Stadt sogar aus dieser Aufgabe der Grundversorgung zurück“, .

1€ am Tag für eine echte Verkehrswende!
Als Initiative HVV Umsonst! fordern wir den Senat auf, dem sogenannten Wiener Modell zu folgen und in Hamburg Jahresticket für 1€ am Tag einzuführen. „Nahezu 6000 Unterschriften konnten wir für unsere Petition „HVV für Alle – 1 Euro am Tag ist genug!“ bereits gewinnen“ sagt Jens Deye, der Initiator der Online-Petition. „Die Hamburger Bevölkerung ist es satt, jedes Jahr aufs Neue tiefer in die Tasche greifen zu müssen, nur um sich in der Stadt bewegen zu können.“ Ein 1€/d-Tag Jahresticket könnte sogar vollständig mit Hilfe des Job-Tickets (steuerfreie Sachleistung) vom Arbeitgeber übernommen werden. Bei Schülerinnen, Studenten und finanziell benachteiligten Personen soll die Stadt die Kosten für das Ticket übernehmen, so die Forderung.

Zu finanzieren ist diese Preisreduktion, wie die Stadt Wien zeigt, durch einen Anstieg der Abo-Zahlen. Der notwendige Ausbau des ÖPNV kann durch eine City-Maut oder eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung finanziert werden. „Es darf nicht sein, dass die Nutzung oder das Abstellen privater Autos kostenlos ist, gleichzeitig aber die effiziente und umweltschonende Nutzung des ÖPNV immer teurer wird“ so Deye.


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/li