Die Ticketpreise steigen und steigen und …sind irgendwann weg!

Presseerklärung 5.11.2013

Attraktiv geht anders: HVV umsonst statt teurer!

Jedes Jahr das gleiche: der HVV erhöht die Preise. „Moderat“ wie es heißt. Doch auch die dieses Jahr geplanten 3,5% sind zu viel! Stattdessen fordern wir einen fahrscheinfreien öffentlichen Nahverkehr!

Seit vier Jahren kämpft die Initiative HVV UMSONST für einen solidarisch finanzierten ÖPNV in Hamburg. Dass ein solches Modell –sofern politisch gewollt – möglich ist, wird durch viele Städte bewiesen, die sich bereits für einen Gratis-Nahverkehr ausgesprochen haben. Jüngstes Beispiel ist Tallinn, die estnische Hauptstadt, die seit diesem Jahr ein eindeutiges verkehrspolitisches Signal gegen den Autowahn, und somit für das Klima und die sozial gerechte Mobilität setzt.
Laut Senat ist der Fahrscheinpreis gar nicht das entscheidende Kriterium, wichtiger sei die Qualität des Transports (siehe Bürgerschaftsdrucksache Drucksache 20/9377) . „Hiermit wird ein Scheinwiderspruch aufgemacht“ kommentiert Lucy Nansing von HVV UMSONST.
„Dass ein möglichst preiswerter Transport für die BezieherInnen geringer oder keiner Einkommen attraktiv ist liegt auf der Hand. Nichts spricht dagegen das Angebot zu verbessern. Aber wenn der Preis für die Beförderung aber jedes Jahr angehoben wird, soll der HVV offensichtlich bewusst nicht als Alternative gegen das Privatauto in Stellung gebracht werden.“
Diese Aussage wird durch die Ergebnisse einer Senatsdrucksache des Oktober dieses Jahres untermauert. Demnach wird die Preiserhöhung nicht primär mit gestiegenen Betriebskosten oder gesunkenen öffentlichen Zuschüssen begründet, sondern vor allem mit der allgemeinen Preisentwicklung, und besonders der Entwicklung des Dieselpreises. Durch diese Kopplung des ÖPNV-Preises an die Kosten der Automobilität wird dem ÖPNV systematisch und bewusst ein möglicher Kostenvorteil genommen. Doch dieses offenbart nicht nur den fehlenden verkehrspolitischen Mut umzusteuern.
Laut Janine Fischer geschehe dies vor allem auf dem Rücken der einkommensschwachen HamburgerInnen. „Es gibt einen unübersehbaren Zusammenhang zwischen der Einkommenssituation und der Teilhabe an Mobilität“, sagt die Aktivistin vom Bündnis für einen ticketfreien HVV. „Haushalte mit geringerem Einkommen haben häufig kein Auto, ihre Mitglieder bewegen sich in der Regel mit dem ÖPNV, den sie sich aufgrund ständig steigender Preise immer weniger leisten können.“
„Gleichzeitig ist bekannt, dass Hamburg ohne einen radikalen Umbau seines Verkehrskonzeptes unmöglich seine Klimaschutzziele erreichen kann“ ergänzt Erhard Buschmann und beruft sich dabei auf die Studie „Zukunftsfähiges Hamburg“ des renommierten Wuppertal- Instituts. Diese benennt die hohen Folgekosten der Pkws die jede/r Hamburger/in zahlen muss und bezeichnet einen kostenlosen ÖPNV als „ökologisch und auch sozial vernünftige Maßnahme“.
Weiter spitzt er zu: „In Hamburg, der ehemaligen Umwelthauptstadt, erschöpfen sich Visionen für die Stadtentwicklung in einem innerstädtischen Ikea-Komplex und der Elbphilharmonie.“

In Brasiliens zweitgrößter Stadt São Paolo finden derzeit militante Auseinandersetzungen auf der Straße unter der Forderung für einen kostenlosen öffentlichen Europaweit statt. Hiervon ist die Situation hierzulande noch etwas entfernt. Doch Lucy Nansing fügt mit Blick auf vergangene Proteste wie zum Beispiel eine kollektive Gratisfahrt von 500 HamburgerInnen im Mai dieses Jahres zur IBA hinzu: „Mit dieser rückwärtsgewandten Verkehrspolitik legt es die Stadt scheinbar mittelfristig auf eine neue Konfliktlinie an. Den kann sie haben!“

Hamburg, 5.11.2013; HVV umsonst


1 Antwort auf „Die Ticketpreise steigen und steigen und …sind irgendwann weg!“


  1. 1 Dieckhoff-Nti 27. November 2015 um 9:50 Uhr

    Guten Tag, schon wieder sind Preierhöhungen beim HVV angesagt, gibt es zur Zeit Aktivitäten dagegen an denen ich eventuell teilnehmen kann. Viele Grüße
    Akke

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


drei + = acht



/li