Startschuss der Kampagne HVV umsonst! auf der Aktionskonferenz

Aktionskonferenz HVV umsonst! am 04.12.2010

Am Samstag, 04.12. fand in der Werkstatt 3, Hamburg, die erste HVV umsonst! Aktionskonferenz statt.
Bei einer Beteiligung von etwa 30-40 Personen war das Spektrum der vertretenen Gruppen und Einzelpersonen erstaunlich groß, was auf eine breite Verankerung in Zukunft hoffen lässt.

Ein Kamerateam von Tide TV begleitete die Veranstaltung und sendete am 15.12. folgenden Beitrag über die Kampagne HVV umsonst!

Konferenzbeiträge der Referent_innen:

Bruno Kern, Initiative Ökosozialismus/SALZ: Verbindungslinien von sozialen und ökologischen Kämpfen

Judith Dellheim, Wirtschaftswissenschaftlerin, und engagiert in der Klima- und Sozialforumsbewegung, Mitstreiterin von „Berlin fährt frei“:
„Unentgeltlicher ÖPNV“ – eine Strategie pro sozialökologischen Umbau“

Michael Joho, Partei DIE LINKE, „Daten und Aspekte zum Thema HVV umsonst“ – Hier download der Powerpoint-Präsentation als .zip-Archiv

In Kleingruppen wurden anschließend die Grundlinien für den Start der Kampagne HVV umsonst! diskutiert und festgelegt. Im Abschlussplenum wurde eine erste Erklärung beschlossen:

„Wir fordern einen HVV zum Nulltarif!“ – Erklärung der Aktionskonferenz HVV umsonst! am 04.12.2010:

Wir fordern einen HVV zum Nulltarif!

Die hohen Fahrpreise des HVV bei unzureichenden Verbindungen und mangelhaftem Komfort sind nicht hinzunehmen.
Es ist es keine Überraschung, dass Hun­derttausende in Hamburg nicht mehr willens oder finanziell in der Lage sind, ihre Wege mit Bus und Bahn zurück­zulegen; ob zum Arzt, zum (potenziellen) Arbeitgeber oder einfach für Freundesbesuche. Viele weichen notgedrungen auf Auto, Fahrrad oder „Erschleichung“ aus. Wer auch das nicht kann wird in der reichen Metropole Hamburg vom Gemeingut Mobilität ausge­schlossen. Ganz besonders übel sieht es für arme Menschen – mit und ohne deutschen Pass – aus.

Nach Plänen von Senat und HVV soll dieser Entwicklung zum Jahreswechsel 2010/2011 noch eine Preiserhöhung von durchschnittlich 3,2% draufgesetzt werden. Diese Entwicklung weist in eine völlig Richtung, statt deseen fordern wir heute einen freien HVV für alle.

Das globale Klimaproblem ist bekannt aber ungelöst. Es erzeugt globale Probleme, wird aber vor Ort hergestellt. In Hamburg stellt die politisch gewollte Bevorzugung des automobilen Individualverkehrs eine der Hauptursachen dar – mit Gestank, Lärm, verstopften Straßen und Plätzen. Angesichts dessen müssen gerade die Städte ihr Verkehrs­aufkommen dringend verringern, um den Ausstoß von Treibhausgasen end­lich nachhaltig zu reduzieren. Ein ÖPNV zum Nulltarif würde zwar nicht alle Probleme lösen, könnte aber einer von vielen notwendigen Beiträgen auf lokaler Ebene zur Lösung der globalen Klimaprobleme sein.

Ein Hamburger Verkehrsverbund zum Nulltarif kann und muss für alle zugänglich sein – also flächendeckend organisiert, mit sinnvollen Taktzeiten, kinderfreundlich, barrierefrei. Finanzielle Lage und körperliche Verfasstheit dürfen nicht mobilitätsmindernd sein.

Kostenfragen dürfen niemanden von der Befriedigung der Grundbedürfnisse wie Gesundheit, Energieversorgung, Bildung und auch Mobilität ausschließen. Wenn Mobilität sozial gerecht, ökologisch nachhaltig und bedarfsorientiert sein soll, ist die demokratische Gestaltung durch die Beschäftigten und Nutzerinnen und Nutzer unabdingbar.

Deshalb beginnen wir heute den politischen Kampf für einen ÖPNV in Hamburg zum Nulltarif!
Mobilität, Teilhabe und ein intaktes Klima sind Grundrechte!

4. 12. 2010, die Aktionskonferenz „HVV umsonst!“

Ab Januar 2011 wird es ein offenes, regelmäßiges, monatliches Treffen geben, jeden 3. Mittwoch im Monat, um 20:00 Uhr im Centro Sociale, Sternstr.2, U-Bahn Feldstraße.
Weiteres bitte den Seiten „Kontakt“ und „Termine“ entnehmen.





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